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Analyse: Immobilienpreise steigen seit 17 Jahren

Der „Immobilienindex 2022“ des Analyseunternehmens Bulwiengesa beschreibt zum 46. Mal in Folge die Immobilienpreisentwicklung in Deutschland: Seit nunmehr 17 Jahren steigen die Immobilienpreise. Selbst das coronabedingte Auf und Ab der Konjunktur seit zwei Jahren führe nur zu partiell sinkenden Preisen. Im Vergleich zu 2020 hat sich das Wachstum sogar wieder gesteigert.

Der Gesamtindex (segmentübergreifend) liegt bei 4,6 Prozent (2020: 3,8 Prozent), der Teilindex Wohnen bei 5,7 Prozent (2020: 5,2 Prozent) und der Teilindex Gewerbe bei 2,1 Prozent (2020: 1,0 Prozent). Jan Finke, Projektleiter für den Immobilienindex und Niederlassungsleiter Essen: „2021 hat sich das Plus im Segment Wohnen noch einmal gesteigert. Im Gewerbebereich sehen wir zwei voneinander abweichende Entwicklungen: Auf der einen Seite geraten die Einzelhandelsmieten unter Druck, auf der anderen Seite steigen Mieten und Grundstückspreise bei Büro- und Logistiknutzungen. Insgesamt sind die Veränderungsraten des Immobilienindex vergleichbar mit denen aus 2014 und 2015, erreichen jedoch nicht die Top-Jahre 2016 bis 2019.“

Der deutsche Wohnungsmarkt bleibe von hoher Nachfrage geprägt, die mit dem bestehenden Angebot nicht gedeckt werden kann. Vor allem Kaufobjekte werden massiv nachgefragt. So steigen die Kaufpreise für Reihenhäuser um 7,8 Prozent, Grundstückspreise für Einfamilienhäuser um 7,6 Prozent und Neubau-Eigentumswohnungen um 6,4 Prozent. Dagegen ist der durchschnittliche Mietanstieg bei Wohnungen im Neubau (3,6 Prozent) und Bestand (2,2 Prozent) vergleichsweise moderat. Felix Embacher, Bereichsleiter Research & Data Science: „Der Wohnungsmarkt bleibt in Bewegung. Er verfehlt jedoch Jahr um Jahr die politisch gesetzten Fertigstellungsziele, sodass sich ein enormer Genehmigungsüberhang aufgebaut hat. Dabei wäre es angesichts der angespannten Wohnungsmärkte vor allem in den Metropolen notwendig, mehr und vor allem zielgruppenspezisch und nachhaltig zu bauen, um künftigen Herausforderungen gerecht zu werden.“

Die durchschnittlichen Büromieten legen um 1,9 Prozent zu. Preisanstiege werden vor allem in Neubauprojekten registriert, die derzeit deutlich erhöhte Baukosten aufwenden und überdurchschnittlichen Qualitätsansprüchen genügen müssen, gerade im Hinblick auf Nutzerwünsche und ESG-Kriterien. Dem gegenüber steht ein sich langsam normalisierender Flächenumsatz (plus 8,5 Prozent im Vergleich zu 2020) und ein deutlich erhöhtes Fertigstellungsvolumen (plus 10,2 Prozent) im Jahr 2021. Auch die Prognose zeige: Die Pipeline sei gut gefüllt. Einzelne Planungsverschiebungen seien aufgrund von Materialknappheit und fehlenden Baukapazitäten wahrscheinlich, aber die generelle Projektumsetzung erscheine zumeist gesichert. (DFPA/mb1)

Die Bulwiengesa AG ist ein unabhängiges Marktforschungs- und Beratungsunternehmen in den Themenfeldern Immobilien sowie Standort- und Regionalanalyse. Es beschäftigt 80 Mitarbeiter an den Standorten Berlin, München, Hamburg und Frankfurt am Main.

www.bulwiengesa.de

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